Juristische Folgen

Verkehrsunfälle können strafrechtliche Folgen haben. Im Strafverfahren geht es um Schuld und Sühne. Liegt ein Verschulden vor, sieht das Gesetz Strafen vor, die empfindlich treffen und lange zum Nachteil werden können.

«Vergessen wirst du es nie und es wird dich immer begleiten … Und was passiert, wenn ich schuldig gesprochen werde?»

Die Polizei klärt das Unfallgeschehen ab, sie unterbreitet der zuständigen Strafverfolgungsbehörde den Sachverhalt zur Beurteilung. Diese fällt einen rechtsgültigen Entscheid, der an eine jeweils höhere Gerichtsinstanz weiter gezogen werden kann. Letzte Instanz in Strafsachen ist das eidgenössische Bundesgericht in Lausanne sowie das eidgenössische Versicherungsgericht in Luzern. 


 Ist Angela schuldig?

Ist ein strafbarer Tatbestand nachgewiesen, unterscheidet das Gesetz folgende Formen des Verschuldens:

  1. Vorsatz
    Dabei handelt es sich um ein mit Wissen und Willen (absichtlich) begangenes Fehlverhalten. 
  2. Eventualvorsatz
    Ein eventualvorsätzlich handelnder Täter nimmt den Eintritt des als möglich erkannten Ereignisses ernst, rechnet mit ihm und findet sich mit ihm ab. 
  3. Grobfahrlässigkeit
    Die Abgrenzung zum Eventualvorsatz kann im Einzelfall schwierig sein. 
    Der bewusst fahrlässig handelnde Täter vertraut (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass das von ihm als möglich vorausgesehene Ereignis nicht eintreten, das Risiko der Tatbestandserfüllung sich mithin nicht verwirklichen werde. Ein Täter setzt beispielsweise zu einem Überholmanöver an, obwohl er weiss, dass die verbleibende Überholstrecke eher (zu) kurz bemessen ist. Dabei geht er aber davon aus, es werde schon nichts passieren. Im Unterschied zum Eventualvorsatz will der Täter den Unfall nicht, er nimmt ihn auch nicht in Kauf.
  4. Leichte Fahrlässigkeit
    Dabei bleiben die voraussehbaren Folgen eines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit unbeachtet. Pflichtwidrige Unvorsichtigkeit liegt vor, wenn der Verkehrsteilnehmer nicht die Vorsicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist.

Trotz Aufmerksamkeit können auch erfahrene und vorsichtige Lenkerinnen und Lenker schuldig oder unschuldig in einen Verkehrsunfall verwickelt werden. Kenntnisse über das korrekte Verhalten unmittelbar nach einem Unfall und über die Folgen (Busse, Ausweis, Schadenersatz) sind deshalb von Vorteil.